Alarmstufe ROT! – wenn das Spielen zur Sucht wird

Es ist so etwas wie ein offenes Geheimnis unserer modernen Gesellschaft, dass die Potenziale für Suchterkrankungen steigen: Esssucht, Magersucht, Smartphone- oder Internetsucht sind nur wenige Beispiele, die sich zu den altbekannten Klassikern namens Drogen-, Nikotin-, Alkohol- und Koffeinsucht hinzugesellt haben. Woran das liegt, soll hier nicht das Thema sein, aber die Entwicklung ist offensichtlich. Üblicherweise reagieren Mitmenschen, Gesellschaft und Politik immer erst dann darauf, wenn ihre sogenannten Routinen beeinträchtigt werden. Im Klartext heißt das, wenn die Arbeitsleistung und damit auch die Leistung als Steuerzahler gefährdet ist. Das allerdings ist dann eher das Ende der Fahnenstange und für den Betroffenen in der Regel meistens zu spät.

Diese, ohnehin bedenkliche, Entwicklung paart sich neuerdings noch mit der Tendenz zu Extremem. Man tätowiert sich, bis kein Fleck Haut mehr am Körper frei bleibt oder pierct sich, bis die neuen Körperdekorationen ein Gewichtsproblem darstellen. Im Sport das gleiche Spiel. Im Extremsport geht es immer schneller, weiter, höher und waghalsiger zu. Das Schlimmste daran ist nur leider, dass es gesellschaftlich als Hype akzeptiert und gefördert wird. So ist der Highscore-König eines Videospiels dann auch als Spielkönig wichtiger als seine Suchtprobleme, denen er als Spielkönig natürlich frönen darf. Leider können aber nur sehr wenige Menschen dauerhaft von ihren Spielerfolgen leben, aber in der immer größer werdenden Grauzone der Frage „Ist das jetzt schon Spielsucht?“ entstehen jede Menge Risiken, gerade für junge Menschen.

Adlerauge, sei wachsam!

Ein Problem beim Entstehen jeder Sucht ist wahrscheinlich, dass der betroffene Mensch sich dessen überhaupt nicht bewusst ist und die Umgebung es zwar teilweise wahrnimmt, aber aus Höflichkeit, Anstand oder gepflegter Zurückhaltung lieber nichts sagt. Das Schema ist grausam. So sind zum Beispiel belastbare Alkoholtrinker zunächst Party-Helden, dann ungemütliche oder unliebsame Gäste und am Schluss gesellschaftlich nicht mehr akzeptabel. Für den Trinker ist die daraus resultierende Spirale tödlich. Egal wann und wo also erste Anzeichen für ein suchtähnliches Verhalten auftreten, sollte man sie sehr ernst nehmen und schon prophylaktisch von einem Psychologen untersuchen lassen. Wer den Eindruck erweckt, er könne ohne Spielen nicht mehr existieren, hat die ersten Phasen meistens schon hinter sich gebracht.

Unterschätzen Sie dabei die Funktion der Daddel-Spiele nicht als Einstiegsdroge. Jeder kennt sie und fast jeder spielt sie am Smartphone. Wer davon aber nicht mehr lassen kann, sofern er nicht jeden Tag einen neuen Rekord aufstellt, hat bereits ein ernsthaftes Problem.

Bleiben Sie wachsam, was Sie selbst und ihre Mitmenschen angeht!